Musiklexikon: Was bedeutet Vorzeichnung?

Vorzeichnung (1840)

Vorzeichnung, franz. Signes, engl. Signatures, nennt man die zu Anfang eines Tonstücks und des Liniensystems neben dem Schlüssel befindlichen Zeichen und Zahlen. Dieselbe ist zweierlei:

  1. chromatisch
  2. rhythmisch.

Erstere besteht in den sogenannten (wesentlichen) Versetzungszeichen, welche die dem Tonstück zum Grunde liegende Tonart anzeigen;

Vorzeichnung (Gathy 1840)

Vorzeichnung der Tonart

letztere in Zeichen oder Zahlen, welche die in [dem Tonstück] herrschende Taktart anzeigen. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 496]

Vorzeichnung (1879)

Vorzeichnung nennt man die zu Anfang eines Tonstücks, also in der ersten Notenzeile neben dem für die einzelnen Stimmen gesetzten Schlüssel befindlichen Zeichen und Zahlen. Die Vorzeichnung ist zweierlei, nämlich chromatisch (, X, , ♭♭) und rhythmisch (4/4, 3/4 etc.). Erstere besteht in den sogenannten wesentlichen Erhöhungs- und Erniedrigungszeichen (siehe Versetzungszeichen) und hat ihren Grund in der Natur der Tonleiter und in dem Umstande, dass sich auf jeder Stufe der Oktave eine eigene Tonleiter bilden lässt; letztere in Zahlen und Zeichen, welche die in dem Tonstück herrschende Taktart andeutet. [Riewe Handwörterbuch 1879, 286]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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