Musiklexikon: Was bedeutet Ces?

Ces (1872)

Ces (französisch: Ut bémol, englisch: c flat, italienisch: Do bemolle) ist die alphabetische Benennung für das um einen Halbton erniedrigte c. Bei allen Tasteninstrumenten wird es durch dieselbe Taste, welche h hervorbringt, angegeben, indem die gleichschwebende Temperatur (siehe dort) keinen Unterschied zwischen ces und h kennt.

Die Wissenschaft macht hingegen doch einen Unterschied zwischen dem erniedrigten c und dem gewöhnlich h genannten Ton. Sie berechnet zum Beispiel die Zahl der Schwingungen, welche ces' erzeugt, auf 504 [Hz] nach dem neuesten Kammerton, während h durch 492,187 Schwingungen [pro Sekunde] entsteht. In der neuesten Praxis [um 1870], wo besonders im Gesang und bei Streichinstrumenten diese Verschiedenheit der in Rede stehenden Töne sich auch dem Ohre kundgibt, scheint deren Verhältnis zueinander sich noch anders zu gestalten, indem ces' [eingestrichen] durch weniger Schwingungen erzeugt zu werden scheint, als h - in der Tat also tiefer als h ist.

Die Notierung des Tones geschieht jedoch nur in einer Art, indem man vor einer c genannten Note ein setzt und jede Modifikation des so geschriebenen Tones hängt nur von dem Ermessen und Vermögen des denselben Ausführenden ab. [Mendel Musikalisches Lexikon 1872, 357]

Ces (1865)

Ces, Silbenname der durch ein vorgesetztes angezeigten Halbtonerniedrigung der Tonstufe C. Der Ton C♭ [Ces] ist reine Quint von F♭ [Fes], kleine Terz von A♭ [As], kleine Septime von D♭ [Des] etc., fällt aber an gleichschwebend temperierten Instrumenten mit seinem enharmonischen Tone H auf einer Taste oder Saite zusammen, hat demnach auch zugleich unter dem Namen H als reine Quint von E, kleine Terz von Gis, kleine Septime von Cis etc. zu dienen.

Als Grundton einer harten [Dur] und weichen [Moll] Tonart wird er, wegen Notwendigkeit der Vorzeichnung zu vieler Been, nicht gebraucht; wenigstens pflegt seine Tonart nicht als Haupttonart eines Tonsatzes vorzukommen, sondern wenn überhaupt, so nur im Laufe der Modulation berührt zu werden; als Haupttonart bedient man sich statt ihrer lieber der einfacheren Tonarten des Grundtones H. [Dommer Musikalisches Lexicon 1865, 148f]