Musiklexikon: Was bedeutet Dominantakkord?

Dominantaccord, Leitaccord, Dominantharmonie (1873)

Dominantaccord [Dominantakkord] oder Leitaccord [Leitakkord] (auch Dominantharmonie genannt) heißt im Allgemeinen der Inbegriff aller Akkorde (Dreiklang, Septimen- oder Nonenakkord), welche ihren Sitz auf der Dominante (siehe dort) haben. Im Besonderen führt aber der Septimenakkord auf der fünften Stufe einer Tonart, mit großer Terz, großer [reiner] Quinte und kleiner Septime, den Namen Dominantakkord oder Dominantseptakkord. Über seine nähere Beschaffenheit sehe man den Artikel Akkord.

Er verdankt seine Geltung den harmonischen Beziehungen bei Ausweichungen und Tonschlüssen, wie die Artikel Kadenz und Modulation, welche man nachlesen wolle, näher ergeben. Der Septimen- und der Nonenakkord der Dominante sind die Stämme und die Vorbilder für alle anderen gleichnamigen Akkorde ihrer Tonart; der Dreiklang der Dominante ist sowohl im Dur- wie im Mollgeschlecht groß. Nächst dem Grundton und der Oberdominante ist übrigens auch die Unterdominante [Subdominante] mit ihrem Dreiklang in einer jeden Tonart vorherrschend. Septimen- und Nonenakkorde der vierten Stufe [Subdominante] dagegen sind, hauptsächlich wegen der Unvollkommenheit der Auflösung, selten im Gebrauch.

Die Dominantharmonie in das moderne Tonsystem eingeführt zu haben, wird als das Verdienst Claudio Monteverdes bezeichnet, der sich um 1590 derselben zuerst bedient haben soll. [Mendel Musikalisches Lexikon 1873, 200f]

Dominant-Accord (1882)

Dominant-Accord [Dominantakkord] oder Leitakkord heißt jeder Akkord, welcher auf der Dominante seinen Sitz hat, sowohl der Dreiklang als der Septimen- und Nonenakkord. Im Besonderen aber bezeichnet man damit den Dominantseptakkord, den Septimenakkord auf der Dominante. [Reissmann Handlexikon 1882, 111]

Dominantenaccord (1840)

Dominantenaccord [Dominantakkord] ist der harte Dreiklang und der Hauptseptimenakkord auf der harten und weichen Tonart. Nächst dem tonischen Akkorde kommen in jedem Tonstück diese beiden am häufigsten vor, und bei jedem vollkommenen Tonschluss letzterer, der dem Schlussakkorde vorhergeht und durch die Auflösung der kleinen Septime in die Terz der Tonika das Gehör völlig befriedigt.

Claudio Monteverde [sic] schuf um das Jahr 1590 die Harmonie der Dominante oder herrschenden Note. Er war (in der von ihm neu komponierten Oper Orfeo) der Erste, der die Septime der Dominante und selbst die None ohne Vorbereitung anzuwenden wagte. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 99f]

Dominanten-Akkord (1807)

Dominanten-Akkord [Dominantakkord]. Obgleich auf der fünften Stufe einer harten oder weichen Tonart mehrere voneinander ganz verschiedene Akkorde vorkommen, so wird dennoch unter dem Dominanten-Akkorde bloß der auf der fünften Stufe einer jeden Tonart liegende Akkord der kleinen Septime mit der großen Terz und reinen Quinte verstanden. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, 116]