Musiklexikon: Was bedeutet Durchgang?

Durchgang, Transitus (1807)

Durchgang, Transitus, bezeichnet diejenigen Töne oder Akkorde, die auf die schwachen oder unakzentuierten Teile oder Glieder des Taktes fallen. Man braucht daher dieses Wort

  1. anstatt des Kunstfortes [Fachbegriffs] Arsis oder schlechter Taktteil, denn man pflegt z. B. zu sagen, der Dominantenakkord sei im Durchgange gebraucht, wenn er im schlechten Taktteil angeschlagenworden ist;
  2. braucht man es bei denjenigen nicht zur Harmonie gehörigen Tönen, die in dem Nachschlage stehen und die man durchgehende Noten nennet.

[Koch Handwörterbuch Musik 1807, 124]

Durchgang (1840)

Durchgang, Transitus, Transition, der Fortschritt eines Haupttones zum anderen durch zunächst liegende, nicht zur Grundharmonie gehörende höhere oder tiefere Töne, vermittelst welcher jene enger miteinander verbunden und melodisch ausgebildet werden. In der Tonleiter C-Dur z. B. sind die zur Grundharmonie gehörenden Stufen 1, 3, 5 [c, e, g]; der Durchgang findet statt auf den Stufen 2, 4, 6, 7 [d, f, a, h].

Ferner versteht man unter Durchgang auch die Arsis oder den schlechten Taktteil. Wenn von Dissonanzen gesagt wird, dass sie im Durchgange vorkommen, so versteht man darunter, dass sie ohne Auflösung liegen bleiben - oder doch nicht auf die sonst gewöhnliche Art fortschreiten. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 106]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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