Musiklexikon: Was bedeutet D, d?

D (1882)

D, Buchstabenname des vierten Tons unsrer Grundskala. Das D unsrer zweigestrichenen Oktave

D der zweigestrichenen Oktave

gehörte seit dem 13. Jahrhundert unter die Claves signatae (Schlüssel), kan aber so gut wie nie zur Anwendung. Nur bei Tabulaturnotierungen im 16. Jahrhundert findet sich, wenn die Melodie auf Notenlinien gesetzt ist, der dd-Schlüssel mit dem gg-Schlüssel vereinigt:

dd-Schlüssel (Riemann 1882)

Über die Solmisationsnamen des D vergleiche Mutation. In Frankreich, Italien etc. heißt D jetzt einfach Re.

Als Abkürzung bedeutet d. die rechte Hand (droite, dextra, destra sc. main, manus, mano, daher d. m. oder m. d.) oder das italienische da, dal, das übrigens besser nicht abgekürzt wird (d. c. = da capo, d. s. = dal segno).

Als Aufschrift auf Stimmbüchern kommt D (Discantus, Dessus) gleichbedeutend mit C (Cantus) und S (Sopranus, Superius) vor. [Riemann Musik-Lexikon 1882, 189]

D, ré (1840)

D (), die zweite diatonische Klangstufe oder die dritte Saite der diatonisch-chromatischen Tonleiter unseres modernen Tonsystems, im Verhältnis 8/9. In der Tonleiter der Alten war d der vierte Ton.

Als Abkürzung steht D zuweilen für Da oder Dal, oder auch für Destra. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 89]