As-moll (1870)

As-moll ist diejenige Tonart des modern-abendländischen diatonischen Tongeschlechtes, deren Tonfolge, da diese Tonart der Mollgattung angehört, der Skala der Normal-Tonart dieser Tongattung, A-moll, nachgebildet ist, und zwar auf der um einen halben Ton erniedrigten ersten oder achten Stufe derselben.

Indem so der Anfangston der Normal-Tonart erniedrigt worden, ist daraus die Notwendigkeit entsprungen, um die zu bildende Tonleiter der normalen analog zu machen, jede aufsteigend oder absteigend folgende [Note] ebenfalls zu erniedrigen, wonach die Skala der As-moll-Tonleiter: As, B, ces, des, es, fes, ges und as wird. Natürlich kann diese Tonleiter auch in jeder Weise in die verschiedenen Spezies der A-moll-Tonleiter modifiziert werden, welche Modifikationen hier aber aus Gründen, die das Nachfolgende klar ergeben, weggelassen worden sind.

Da man denselben Ton des Tonreiches nach der gleichschwebenden Temperatur, wenn dieser zwischen zwei durch einfache Sprachlaute benannten diatonischen Stufen der C-Dur-Tonleiter liegt, in zweifacher Art benennen kann, was für den Ton as noch die Benennung gis ergäbe, und solche Töne als vollkommen gleiche betrachtet, die in den Gesetzen über die Anordnung der Töne in den Skalen, selbst in denen der verschiedenen Tongattungen, für maßgebend erachtet werden, so hat man die Notierung der Tonart Gis-moll - als weniger kompliziert - stets der in As-moll vorgezogen, wenn man überhaupt ein Tonstück auf diesen Ton des Tonreichs begründen wollte. [Mendel Musikalisches Lexikon 1870, 312f]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
Werbung