Musiklexikon: Was bedeutet Pastorale?

Pastorale (1879)

Pastorale, lateinisch, Pastorello, italienisch, Schäferlied, Hirtenmusik von ländlich einfachem, idyllischem, zärtlichem Charakter, meist im 6/8-Takt und 9/8-Takt gesetzt.

Pastorale auch ein kleines Tanzstück von demselben Charakter mit mäßig langsamer Bewegung und vielen Ligaturen, gewöhnlich im 6/8-Takt geschrieben.

Pastorale ferner ein kleines Singspiel (kleine Oper, Schäferspiel), das seinen Stoff aus der idealen Schäferwelt nimmt. Berühmt ist die Pastoralsinfonie von Beethoven. [Riewe Handwörterbuch 1879, 195]

Pastorale (1882)

Pastorale (französisch: Pastourelle), eigentlich so viel wie "Hirtenstück", "Schäferspiel", d. h. Idyll, ländliche Szene, kommt zuerst als Name kleiner Bühnenstücke und zwar schon vor der Erfindung des Stilo rappresentativo (siehe Oper) vor, zu einer Zeit, wo auch die Rede einzelner auf Madrigalenweise mehrstimmig gesungen wurde (im 15.-16. Jahrhundert). Der Name hielt sich später für das kleinere idyllische Genre der Opern.

Instrumentalstücke, die etwa ein Musizieren der Hirten auf der Schalmei oder dergleichen vorstellen könnten, einfach im Rhythmus, Melodie und Modulation gehalten, in der Regel im ungeraden Takt, heißen ebenfalls Pastorales. [Riemann Musik-Lexikon 1882, 681]