Musiklexikon: Was bedeutet Boutade?

Boutade (1802)

Boutade war vor Zeiten ein kleines Ballet, welches man aus dem Stegreife aufführte oder aufzuführen schien. - In dem ersten Viertel des verwichenen Jahrhunderts bezeichnete man mit diesem Worte, welches anjetzt außer Gebrauch gekommen ist, eine gewisse Art von Fantasie, deren eigentümlichen Charakter man aber nicht angezeigt findet. So teilt z. B. Matheson in seinem vollkommenen Kapellmeister die Fantasie ein in die Boutade, in das Capriccio, in die Toccate und in das Präludium. [Koch Musikalisches Lexikon 1802, 271]

Boutade, bouter (1732)

Boutade (gall.) s. f. [feminin] kommt her vom alten Wort bouter (dessen sich der gemeine Pöbel in Frankreich annoch bedienet und so viel als mettre oder setzen heisset), bedeutet eine hurtige Bewegung, einen schleunigen, plötzlichen Einfall, einen Satz, den man aus bloßer Caprice so hin setzet, sans façon, wie der Bauer den Hut auf den Kopf. […] [Walther Musicalisches Lexicon 1732, 110]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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