Noten (1840)

Noten, Notae musicae (lat.), Note (ital.), Notes (franz.), die Hieroglyphen des Tons in seiner melodischen und harmonischen Verkettung, die Zeichen, durch welche die Töne dargestellt werden. Ihre Stellung auf dem Liniensystem zeigt die Höhe oder Tiefe und ihre Gestalt die Geltung oder Dauer der Töne an.

Bisher ist die Erfindung dieser Zeichen dem Guido zugeschrieben worden, doch widerlegt Kiesewetter diese Meinung und setzt die Erfindung und Ausbildung der Note in den Anfang des 12. Jahrhunderts. Doch gebührt dem Guido das große Verdienst einer Verbesserung und zweckmäßigeren Anordnung der Tonschrift, wodurch allein das Singen vom Buche, ja die ganze Ausbildung der Musik möglich wurde. Es entstanden folgende [Noten]:

  1. Maxima oder duplex longa, welche acht Schläge galt;
  2. Longa, vier Schläge;
  3. Brevis, zwei Schläge;
  4. Semibrevis, ein Schlag (ganze Note); später kam noch hinzu
  5. die Minima (halbe), deren 16 auf die Maxima gerechnet wurden. Noch später, im 14. Jahrhundert, wurden die bisher schwarzen Köpfe unausgefüllt gelassen und man gewann
  6. eine Semiminima (Viertel),
  7. Fusa (Achtel)
  8. Semifusa (Sechzehntel) und
  9. Subsemifusa (Zweiunddreißigstel).
musikalische Zeichen

a) Maxima, b) Longa, c) Brevis, d) Semibrevis, e) Minima, f) Semiminima, g) Fusa, h) Semifusa, i) Subsemifusa

Dieses ist, dem Wesen nach, noch unser heutiges Notensystem; man nimmt die Semibrevis als Einheit an und legt ihr den Namen ganze Note bei. Vergleiche Mensuralmusik, Liniensystem. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 329]