Musiklexikon: Was bedeutet Nachspiel?

Nachspiel (1865)

Nachspiel, postludium, Ausgang, Exitus; dasjenige entweder von Noten gespielte oder extemporierte Tonstück, mit welchem der Organist die Gemeinde aus der Kirche gleitet. Eine bestimmte Form dafür steht nicht fest; es kann ebenso gut eine Fuge wie eine freie Fantasie oder ein Tonstück irgend welcher anderen Gattungen sein. Selbstverständlich muss es kirchlichen Charakter haben und die Gemeinde in derjenigen Stimmung, in welche sie durch den vorangegangenen Gesang und die ganze gottesdienstliche Feier überhaupt versetzt worden ist, erhalten. [Dommer Musikalisches Lexicon 1865, 595]

Nachspiel (1882)

Nachspiel (lat. Postludium) nennt man ein Orgelstück, das bestimmt ist, nach Schluss des Gottesdienstes gespielt zu werden, während die Gemeinde die Kirche verlässt. Je nach der Bedeutung des Tags (z. B. Karfreitag oder Ostersonntag) wird der Organist Stücke verschiedenen Charakters wählen.

Auch den thematisch ausgearbeiteten Schluss der Begleitung eines Gesangstücks nennt man Nachspiel (z. B. im letzten Lied von Schumann: "Frauenliebe und Leben"). [Riemann Musik-Lexikon 1882, 619]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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