Ballade (1879)

Ballade, ital.: Ballata (von ballare [tanzen]). Seit dem 12. Jahrhundert in Italien ein der Form nach rein lyrisches Gedicht geringen Umfangs, welches mit dem Sonett und dem Madrigal (siehe dort) verwandt war und in der Regel Liebesklagen zum Inhalt hatte. Die Ballade nahm später den Charakter der episch-lyrischen Poesie an und bemächtigte sich der Volkssage. Der Form nach bestand sie aus drei Strophen mit gleichen wiederkehrenden Reimen und demselben Refrain am Ende. Aus dieser Form hat sich das, was man seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland Ballade zu nennen pflegt, herausgebildet.

Als erzählendes Lied hat die Ballade mit der eigentlichen spanischen Romanze die größte Ähnlichkeit. Sie verlangt als Lied eine kürzere, einfachere Handlung, als das eigentliche epische Gedicht, einen meist ernst-düsteren Charakter und eine schnellere Darstellung. Zum Vortrag der Ballade, besonders mit Musikbegleitung, gehört auch die lyrische Versart oder die Ausbildung der Strophen. Vormals wurde die Ballade tanzend und gestikulierend abgesungen. [Riewe Handwörterbuch 1879, 28]