Musiklexikon: Was bedeutet Antiphonie?

Antiphonie, Antienne, Anthem (1840)

Antiphonie, Antienne, Anthem, der in der griechischen Kirche von dem heiligen Ignatius und in der römischen von dem Bischof Ambrosius bei dem öffentlichen Gottesdienste eingeführte Gegen- oder Wechselgesang zwischen Priester und Gemeinde oder zwischen zwei Chorabteilungen. Schon Plinius spricht von der Gewohnheit der Christen, Christo einen Lobgesang wechselweise zu singen. Es gibt auch größere Antiphonien, die ganz allein gesungen werden. In der katholischen Kirche bildet die Antiphonie noch jetzt einen Hauptteil des Kirchengesanges; in der evangelischen hat sie sich nur noch in der Intonation erhalten. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 17]

Antiphonie, Antiphonarium (1807)

Antiphonie. Man bezeichnet mit diesem Worte den aus dem Altertume in der christlichen Kirche beibehaltenen Wechselgesang, wobei der Priester vor dem Altare entweder mit dem Chor allein oder mit der ganzen Gemeinde im Gesange wechselt. Das Buch, in welchem alle dergleichen gebräuchliche Gesänge zusammengetragen sind, wird Antiphonarium oder auch Responsorium genannt.

Ehedem bezeichnete man damit auch einzelne Verse, die von einer einzigen Person vor den Psalmen gesungen wurden.

Bei den alten Griechen verstand man unter Antiphonie die Fortschreitung in Oktaven [siehe Antiphon] oder auch den Zusammenklang konsonierender Intervalle. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, 32]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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