Undecimenakkord (1807)

Undecimenakkord [Undezimenakkord]. In dem Sextquarten-, Terzquarten- und Secunden-Akkorde wird die Quarte im System der Harmonie als eine umgekehrte Quinte betrachtet. Wird aber einer Septime ein um eine Quinte tieferer Grundton unterlegt, so behält sie ihre dissonierende Eigenschaft bei, ungeachtet sie nunmehr als Quarte gegen den unterlegten Grundton erscheint. Weil sie nun in diesem Falle keine umgekehrte Quinte, sondern eine ursprüngliche Dissonanz oder, wenn man lieber will, eine Aufhaltung der folgenden Terz ist, und weil sie durch das Untersetzen des tieferen Grundtones nunmehr in der Entfernung von elf Stufen steht, so wird sie von vielen Theoristen [sic] zum Unterschiede der umgekehrten Quinte die Undecime genannt.

Wenn man z. B. der Septime d-c den Grundton g unterlegt, das heißt, wenn man dem Septimenakkorde von d seinen eigentlichen Grundbass gibt, so entsteht der Undecimenakkord g-d-c, den man gemeiniglich den Quintquarten-Akkord nennt. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, 376]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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