H (1840)

H (franz. si), Solm. B mi, die siebente diatonische Stufe unseres Tonsystems, oder die zwölfte und letzte der diatonisch-chromatischen Tonleiter, deren Länge 8/15 der Saite C beträgt. In der älteren Tonleiter, die mit A begann, war sie die zweite und hatte 2 Saiten, die um einen kleinen halben Ton verschieden waren. Beide wurden mit dem Buchstaben B oder b bezeichnet. Um aber anzuzeigen, welche von beiden in einem Tonstück gelten sollte, zeichnete man, wenn die tiefere genommen werden sollte, das sogenannte runde b beim Anfange desselben vor und nannte diese Saite b moll; hingegen das sogenannte viereckige b (aus welchem unser ♮ [Auflösungszeichen] entstanden ist), wenn die höhere Saite gebraucht werden sollte, die zum Unterschiede von der tieferen b dur genannt wurde. In der früheren bloß diatonischen Musik der Alten konnte das b oder unser h nicht als Grundton einer Tonart genommen werden, weil f gegen h die verminderte Quinte macht, mithin ihm die reine Quinte fehlte. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 188]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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