Variationen (1840)

Variationen, Variations (franz.), Veränderungen eines einfachen Satzes bei der Wiederholung durch jedesmalig verschiedene Zergliederung der Hauptnoten und neue Figurierung der damit verbundenen Nebennoten, durch Abwechslung in Harmonie, Taktart und Tonart, jedoch ohne gänzliche Verwischung der Grundzüge der Hauptmelodie (des Themas). Sie werden gewöhnlich mit einer Introduktion versehen, welche durch wiederkehrende Andeutungen des Motivs allmählich in das Thema führt; z. B. Ries Var. über: "Dort vergiß leises Flehen …".

Die Variation entstand aus den Manieren und Coloraturen [sic] der Sänger und konnte sich erst dann entwickeln, als die Instrumentalmusik eine gewisse Selbstständigkeit erlangt hatte und die Melodie, sich immer mehr den Fesseln der Harmonie entwindend, freier und fließender sich bewegen konnte. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts, wo auch die Suite entstand, treten Themen mit Veränderungen für Klavier und auch für Violine auf. Solche Themen fanden sich zunächst unter den Ciaconnen, Passacaglien und anderen beliebten Tänzen. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 481f]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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