Aeolodikon, Aeoline, Aeolodion (1840)

Aeolodikon (Aeoline, Aeolodion). Ein noch immer [um 1840] beliebtes Tasteninstrument, erfunden (1800) von J. T. Eschenbach, Thürmer an der Michaelis-Kirche zu Hamburg, und von F. Sturm vervollkommnet. Es hat eine Klaviatur von sechs Oktaven und zwei Pedale. Die Töne werden freistehenden Metallfedern, welche durch Windkanäle vermittelst eines Balges in Schwingung gebracht werden, entlockt. Der Ton ist sehr angenehm, gleicht in der Höhe der Flöte und Klarinette, in der Mitte mehr dem Horn, in der Tiefe dem Kontra-Fagott. Dabei lässt sich ein schönes Crescendo und Diminuendo der Töne durch zwei Veränderungen und durch stärkeren oder schwächeren Druck der Pedale bewirken. Da alles in Metall gearbeitet, ist es keiner baldigen Verstimmung unterworfen und für kleine Kirchen statt einer Orgel sehr anwendbar, indem es sich vorzüglich zu sanften melodischen Tonstücken wie auch zu Chorälen eignet.

Auch Schmidt in Preßburg, der Gutsbesitzer Schortmann und der Mechanikus Sebastian Müller in Augsburg haben Verbesserungen an diesem Instrumente angebracht, und der letztere darüber im Jahr 1826 als Verfertiger eines Aeolodikon ein Patent erhalten. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 7]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
Werbung