Tarantella (1840)

Tarantella,

  1. die Tanzwut eines von der Tarantel Gebissenen und die Melodie, welche, nach dem Volksglauben als einziges Heilmittel dagegen, von einem Geistlichen auf einer Geige gespielt werden musste. Man unterschied verschiedene Arten der Tarantellen nach der Stimmung der Kranken. Es sind aber nur sehr wenige derselben aufbewahrt worden, die aus dem 17. Jahrhunderte oder höchstens aus dem Ende des 16. Jahrhunderts herrühren. Fünf alte Tarantelmelodien aus Athan. Kircher, de arte magnetica, fol., Rom. 1654, teilt der 35. Jahrg. der Allg. Mus. Ztg. mit, davon 3 unter Beisp. 160 u. 161 [siehe folgende Abb.].
    Tarantella-Melodien

    Tarantella-Melodien nach Athanasius Kircher.

  2. ein in Italien, besonders im Tarentinischen üblicher Tanz, welcher nur Mädchen der niedern und Mittelklasse tanzen. Es gehören 3 dazu; die eine schlägt das Tamburin, die beiden andern bezeichnen mit Castagnetten die Schritte des Tanzes. Die Melodie zu diesem Tanze hat einen pikanten, eigentümlichen, ausgelassenen Charakter. [Daniel François Esprit] Auber hat ihn in seiner Muette de Portici sehr glücklich angebracht. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 457]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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