Querstand (1840)

Querstand, lat. Relatio non harmonica, franz. Fausse relation, nennt man überhaupt jede Fortschreitung zweier Stimmen, deren Töne sich auf zweierlei Tonarten gründen, oder wenn unmittelbar aufeinander in zwei verschiedenen Stimmen derselbe Ton, chromatisch verändert, erscheint, d. h. in denselben alterierte Quinten oder Oktaven verteilt liegen,

Querstand (Gathy 1840)

Querstand (Gathy 1840)

eine Fortschreitung, die hart klingt und leicht durch eingeschobene Mittelakkorde oder veränderte Stimmführung vermieden werden kann.

Mi contra fa nannte man früher den Querstand, insofern die eine Stimme zur Fortschreitung der zweiten eine übermäßige Quarte bildete, d. h. wenn, nachdem die eine Stimme ein Fa (einen oberhalben Ton) gehabt hatte, die andere Stimme das Mi (einen unterhalben Ton) ergriff [siehe Mi-Fa]. Und da dies für einen der größten Fehler des Satzes gehalten wurde, so entstand das alte Sprichwort: Mi contra fa est diabolus in musica. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 373]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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