Castagnetten, Daumklappern (1840)

Castagnetten [sic] (span. Castanuelas, franz. Castagnettes), Daumklappern, sind Klapperinstrumente, die aus zwei kleinen ausgehöhlten Becken von hartem amerikanischen Holze bestehen und wie die beiden Teile einer welschen Nussschale genau aufeinander passen. Ihr Durchmesser beträgt ungefähr 2-3 Zoll. Am oberen Rande der Becken ist ein kleines, zweimal durchlöchertes Öschen befindlich, durch welches eine seidene Schnur läuft, mit welcher beide Teile zusammengeheftet und über die Daumen gezogen werden. Beim Tanz und Gesang wird damit der Rhythmus eingeteilt, indem die übrigen Finger der Hand entweder taktmäßig darüber hinweggleiten, oder auch beide Teile durch Schütteln zusammengeschlagen werden.

In Europa bedient man sich der Castagnetten vorzüglich in Spanien bei den mit Gesang verbundenen Tänzen des Fandango und Bolero. Auch in Frankreich und Deutschland wird beim Tanz in Balletten Gebrauch davon gemacht, und im Orient sind sie ein ganz gewöhnliches Frauenzimmer-Instrument. Auch den Griechen sind sie schon bekannt gewesen, denn man findet sie unter den Abbildungen ihrer Instrumente. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 61]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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