Oboe, Hautbois, Hoboe (1840)

Oboe, Oboe (it.), Hautbois (frz.), Hoboe, Hochholz. Ein gewöhnliches von Buchsbaum- oder Ebenholz verfertigtes Blasinstrument, das aus Kopf- oder Oberstück, Mittelstück und Stürze oder Becher zusammengesetzt ist und durch ein dem Kopfe aufgesetztes Rohr angeblasen wird. In dem Ober- und Mittelstück befinden sich sechs Tonlöcher, von denen das dritte von oben herein aus zwei nebeneinander gebohrten Löchern besteht, welche bei dem Ton g beide bedeckt werden. Die Bohrung läuft bei diesem Instrument von der Stürze an bis zum Kopfstück verjüngt zu.

Der Erfinder ist unbekannt, man weiß nur, dass es um 1720 an die Stelle der veralteten Schallmei [sic] getreten, und dass der Bürgermeister zu Rastenberg, Gerhard Hoffmann (1727), die gis- und b-Klappen hinzufügte. Späterhin ward es so vervollkommnet. dass es den Umfang von kleinen h bis zum dreigestr. f und selbst a erhielt. Um in jeder Stimmung vollkommen rein spielen zu können, besteht das Instrument aus drei besonderen Ober- und zwei besonderen Mittelstücken; auch kommt man der reinen Intonation durch längere oder kürzere Röhre zu Hilfe, oder jetzt auch durch einen Zylinder, welcher wie ein Perspectiv [sic] ausgezogen werden kann.

Die neueste und beste Oboeschule ist von I. Sellner, Wien 1825. […]

Die verschiedenen Gattungen waren:

  • Oboe bassa oder grand hautbois, aus welcher wahrscheinlich unser Fagott entstanden ist.
  • Oboe d'amore oder luongo, Hautbois d'amour; hatte eine längere, mit enger Mündung versehene Stürze und eine größere Dimension, wodurch ihr Ton schwächer aber auch lieblicher klang; auch stand sie eine Terz tiefer.
  • Oboe piccolo, die kleinste Gattung der Oboen, unsere jetzige.

[Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 331]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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