Komma (1807)

Komma. Man bezeichnet mit diesem Worte zwei kleine Intervalle, die in der praktischen Musik nicht gebraucht werden, sondern die sich bloß in der mathematischen Klanglehre als Differenzen bei der Vergleichung und Berechnung der Intervallverhältnisse entwickeln.

Das gewöhnlichste dieser kleinen Intervalle ist das sogenannte syntonische Komma (Comma syntonum), welches auch das Komma des Didymus genannt wird und dessen Verhältnis 81:80 ist. Es macht den Unterschied aus, der sich zwischen einem großen und kleinen ganzen Ton befindet; denn wenn man (nach Anleitung des Artikels Subtraktion der Verhältnisse) von dem Verhältnis des großen ganzen Tones, 9:8, das Verhältnis des kleinen ganzen Tones, 10:9, abzieht, so bleibt der Rest, oder der Unterschied zwischen beiden ganzen Tönen, 81:80.

Das zweite dieser kleinen mit dem Worte Komma bezeichneten Intervalle ist das Ditonische oder Pythagorische [sic] Komma (Comma ditonicum) oder die Differenz zwischen der reinen Oktave 2:1 und zwischen dem Verhältnis desjenigen Tones, der als Oktave durch die Addition von zwölf reinen Quinten oder Quarten zum Vorscheine kommt, nämlich das Verhältnis 531441:524288. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, 203]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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