Saiteninstrumente, fidicinia (1882)

Saiteninstrumente (lat. fidicinia oder instrumenta enchorda, ital. stromenti da corde oder per la tensione, franz. instruments à cordes) heißen die Tonwerkzeuge, deren Klänge durch Saiten erzeugt werden und die zur Verstärkung des Klanges meist einen Resonanzkörper haben. Nach der Art, wie die Saiten in Vibration gesetzt und dadurch zum Klingen gebracht werden, stellen sich alle Saiteninstrumente in folgenden sechs Familien dar. Es werden nämlich die Saiten

  1. mit den Fingern gekniffen und gerissen [gezupft] oder mit dem Plektrum geschlagen, wie bei der Harfe, Zither, Guitarre u. dgl.;
  2. mit dem Bogen gestrichen: Bogeninstrumente;
  3. durch ein Rad und mittelst einzelner Tasten intoniert: Drehleier (Organistrum, Chifonie, Viélle);
  4. durch Tasten angeschlagen: Klavierinstrumente;
  5. durch einen natürlichen oder künstlichen Luftstrom in Oszillation versetzt: Aeolsharfe [sic] und Animochorde;
  6. durch vereinigtes Bogen- und Hammerwerk klingen gemacht: Bogenflügel und Geigenclavier.

[Reissmann Handlexikon 1882, 458f]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
Werbung