Oktave (1882)
Oktave (Octava, sc. vox), die achte Stufe der Tonleiter, welche ebenso heißt wie der Anfangston (vergleiche Intervall). Über die harmonische Bedeutung der Oktave, siehe Klang.
Die Regel der Oktave (Regula dell'ottava, Règle de l'octave) hieß die knappe Fassung der Lehre des Akkompagnements bei den italienischen Praktikern des 17. bis 18. Jahrhunderts, die im Keim die Lehre der Umkehrung der Akkorde und des Rameauschen Fundamentalbasses ist. Sie stellt als die natürlichen Harmonien der Tonleiter auf:
Der größere Nutzen dieser Hausregel für die Praxis gegenüber dem Schematismus der deutschen Theoretiker, welche jede Stufe der Tonleiter mit einem Dreiklang besetzen, ist evident. Doch ist sie allerdings nur ein Handgriff für Anfänger, für höhere Stadien der Entwicklung dagegen eine willkürliche Beschränkung. [Riemann Musik-Lexikon 1882, 646]