Nachahmung (1840)

Nachahmung ist die unmittelbare Wiederholung einer melodischen Figur in verschiedenen Stimmen nach einem oder mehreren Takten oder Taktteilen. Dies kann sowohl im Einklange als auch in allen übrigen Intervallen stattfinden; in derselben sowie in der umgekehrten Ordnung oder Bewegung, teils in vergrößerten, teils mit verkleinerten Noten. Vergleiche Imitatio.

Die Nachahmung ist von dreierlei Art:

  1. kontrapunktisch, wenn beide Stimmen verkehrt werden können;
  2. kanonisch, wenn die erste Stimme von der zweiten von Anfang bis zu Ende mit strenger Genauigkeit beantwortet wird; und
  3. periodisch oder frei, wenn die Wiederholung nur teilweise mit einzelnen Abänderungen und willkürlich eintritt.
Nachahmung (Gathy 1840)

Nachahmung, Beispiele

Belehrung hierüber in J. S. Bach, Kunst der Fuge; Marpurg, über die Fuge; Kirnbergers Kunst des reinen Satzes … (Im Einklange, in Quarte und Quinte siehe [obige] Beispiele). Siehe auch Malerei. [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 322]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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