Tactmesser, Zeitmesser, Chronometer, Metrometer, Métronome (1840)

Tactmesser [Taktmesser], Zeitmesser, Chronometer, Metrometer, Métronome (franz.), ein mechanisches Kunstwerk, wodurch jeder Grad der Bewegung des Zeitmaßes aufs genaueste angezeigt und folglich jedes Schwanken in der Zeitbestimmung vermieden werden kann.

Schon Ende des 17ten Jahrhunderts erfanden Loulié und dann Sauveur und Laffilard in Paris solche Instrumente, und später machten Pelletier, Harrison, 1782 Duclos und 1784 Reneaudin ähnliche Versuche (Rhythmometer, Chronometer, Metrometer); desgleichen Bürja in Berlin, Weißke in Meißen und hauptsächlich 1801 Stöckel in Burg, dessen Erfindung Mälzl in Wien 1817 unter obiger Benennung (Metronom) zur höchsten Vollkommenheit brachte.

Der Hauptbestandteil dieses Instruments ist ein in Grade abgeteilter Pendel, auf welche ein verschiebbares Gewicht, wie es erforderlich ist, gestellt werden kann; je tiefer dieses steht, je langsamer natürlich sind die Schwingungen. Diese Bestimmung des Zeitmaßes ist ziemlich allgemein angenommen und wird in Tonstücken durch metronomische Zeichen gewöhnlich bemerkt, z. B. [Viertel] = 92, d. h. die Viertel so geschwind als die Schläge des Pendels, wenn das Gewicht auf 92 steht.

Einen vom Kantor Weißke erdachten, einfachen und wohlfeilen Zeitmesser hat Gottfr. Weber mit hinzugefügter Reduktionstabelle bekannt gemacht. Derselbe besteht in einem Faden, an dessen Ende eine Bleikugel oder ein sonstiges Gewicht von beliebiger Größe befestigt ist, und der an einem Ende gehalten und am ander n durch einen mäßigen Stoß oder Schwung in Bewegung gesetzt wird. Auf diesem Faden ist das Zeitmaß durch Einteilung verzeichnet, die mit denen des Mälzlschen Metronoms korrespondieren, und zwar nach rheinischem oder Wiener Zollmaß; so dass den Pendelschwingungen eine bestimmte Langsamkeit oder Schnelle der Bewegung gegeben wird, jenachdem man den Faden höher oder tiefer nimmt, d. h. verlängt [verlängert] oder verkürzt. Das Verhältnis der Metronomgrade zu den rheinl. Zollen auf dem Fadenpendel und den französischen Centimètres ist folgendes:

Mälzl Rh. Zoll Metrisch [m]
50 55 1,43
52 50 1,32
54 47 1,22
56 44 1,14
58 41 1,06
60 38 1,00
63 34 0,90
66 31 0,82
69 29 0,75
72 26 0,70
76 24 0,62
80 21 0,56
84 19 0,50
88 18 0,46
92 16 0,42
96 15 0,38
100 14 0,35
104 13 0,33
108 12 0,30
112 11 0,28
116 10 0,26
120 9 0,25
126 8 0,22
132 0,20
138 7 0,18
144 0,17
152 6 0,15
160 5 0,14

Zeitmesser-Pendel Zoll/Meter

Pariser, Rheinische Zoll und Zentimeter im Vergleich (nicht maßstabsgetreu)


[Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 454]