Capriccio, Caprice (1840)

Capriccio, Caprice (Laune, Grille), freie Fantasie, ein launenhaftes, willkürlich scheinendes Kunstwerk, in welchem der Komponist, was Plan, Ausführung und Gedankenfolge anlangt, sich mehr seiner Laune als der strengen Ordnung und Form einer bestimmten Gattung überlässt. Diese freiere Form lässt sich zweckmäßig bei Übungsstücken anwenden, und dann besteht das Capriccio aus einer gewissen figurierten Notenfolge, die auf eine oder die andere Art moduliert ist.

Locatelli hat sich durch seine Capricen berühmt gemacht. Schon Adam behauptet, dem weiblichen Geschlecht verdanke das Capriccio seinen Ursprung; drum auch wohl sagt Mattheson in seinem vollkommenen Kapellmeister: "Je wunderlicher und außerordentlicher es ist, desto mehr verdient es seinen Namen." [Gathy Encyklopädie Musik-Wissenschaft 1840, 60]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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