Arie, Aria (1807)

Arie, Aria, ist das bekannte Tonstück, in welchem eine singende Person diese oder jene Empfindung in einem ausgeführten und völlig ausgebildeten Gesange bis zu einem gewissen Grade der Sättigung, oder bis zur völligen Ausgießung des Herzens, ausdrückt.

Die Melodie der Arie ist sehr verschieden von der Melodie des Chors, weil in diesem die Empfindung einer ganzen Menge, in jener aber die Empfindung einer einzelnen Person, und zwar nach der individuellen Empfindungsart, welche der Tonsetzer hineinlegt, ausgedrückt wird. Daher muss der Gesang der Arie feinere Modifikationen der auszudrückenden Empfindung enthalten als der Chorgesang; und eben daher verlangt die Arie eine mehr ausgebildete Art zu singen als das [sic] Chor. [Koch Handwörterbuch Musik 1807, 35]

Die Informationen in unserem Online-Lexikon stammen aus historischen Musiklexika des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein empfehlenswertes modernes Musiklexikon für den Hausgebrauch ist das 5-bändige "Brockhaus Riemann Musiklexikon".
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